Wahl Steiermark - zwei Wochen vor der Wien Wahl
Zwei Wochen vor der Wiener Wahl 2010, hat die Steiermark gewählt. Das Wahlergebnis in der Steiermark lässt auch einige Rückschlüsse auf die aktuelle Stimmung der Bevölkerung betreffend der bevorstehenden Wien Wahl 2010 zu.
Interessant, wie immer bei den ersten Stellungnahmen der Parteien, nach der Auszählung, ist wie sich die beiden Großparteien ihre jeweiligen Niederlagen, in kunstvollen sprachlichen Verdrehungen schönreden. Das ist wirklich eine Kunst, Tatsachen und Worte in diesem Ausmaß verdrehen zu können.
Die Wahlbeteiligung lag bei 64,2 %. Ist also denkbar niedrig.
Die SPÖ Steiermark erhält 38,4 % der Stimmen und liegt somit knapp vor der ÖVP. Die SPÖ verliert aber mit -3,7 % im Vergleich zur letzten Wahl, 10 % ihrer eigenen Wähler.
Die ÖVP Steiermark erhält 37,1 %. Verliert -1,6 % im Vergleich zur letzten Wahl, und erreicht somit das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte in der 2. Republik.
Die FPÖ erhält 10,8 % und verdoppelt damit ihre Stimmen im Vergleich zur letzten Wahl. (+6,3 %).
Die Grünen erhalten 5,3 % (+ 0,6) und stagnieren auf dem gleichen Ergebnis der letzten Wahl.
Die KPÖ muß sich mit 4,4 % zufrieden geben (-1,9 %)
Und das BZÖ bekommt 3,0 % und schafft somit ebenfalls nicht den Einzug in den Landtag.
Die FPÖ ist die einzige Partei die einen ordentlichen Stimmenzuwachs und Zuspruch in der Bevölkerung erfahren hat. Alle anderen Parteien haben hingegen Stimmen verloren. Dennoch sprechen Sie von einem großen Wahlsieg. Jaja, die Kunst der Worte.
Und schon Minuten nach der Wahl, schaut die Situation plötzlich ganz anders aus. Bekräftigten vor der Wahl Rot aber auch Schwarz, aus eigener Kraft den Landeshauptmann stellen zu wollen, so versuchen nun bereits beide großen Parteien schon in ihren ersten Interviews am Wahlabend die FPÖ auf ihre jeweilige Seite zu bekommen um den Landeshauptmann stellen zu können.
Wobei in den Bundesländer die Abgrenzung der beiden großen Parteien SPÖ und ÖVP gegenüber der FPÖ gar nicht so ernst genommen wird, wie es in Wien gerne dargestellt wird. Einzig der Wiener Bürgermeister fürchtet sich vor einer Koalition der steirischen SPÖ mit der FPÖ, da ihm dies nicht in seine Abgrenzungsstrategie passt und er einen erheblichen Erklärungsnotstand hätte. Die Koalitionsverhandlungen in der Steiermark werden sich auch deswegen über den Termin der Wiener Wahl hinausziehen.
Rot bemüht sich also ebenfalls um die FPÖ. Genauso wie die Schwarzen. Die Stimmung zwischen Rot und Schwarz im Land ist dermaßen schlecht, daß keiner dem anderen den Landeshauptmann überlassen möchte und somit jederzeit mit der FPÖ zusammenarbeiten würde.
In Mandaten heißt dies für den Landtag in der Steiermark: 23 Mandate für die SPÖ, 22 Mandate für die ÖVP, 6 Mandate für die FPÖ. Die Grünen haben 3 Mandate und die KPÖ 2 Mandate. Das BZÖ erreichte kein Mandat.
In Regierungssitzen bedeutet dies jeweils 4 für die SPÖ sowie die ÖVP, und einen Regierungssitz für die FPÖ. Die Grünen und das BZÖ sind hier nicht mehr vertreten.
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