Wahlrecht und Wahlmodus – Wien Wahl 2010
Eine der wichtigsten Eigenschaften einer demokratischen Wahl, ist die gleichzeitige Kontrolle der Wahl durch die wählende Bevölkerung. Dies gilt nicht nur für eine Nationalratswahl, sondern natürlich auch für die Wien Wahl 2010.
Es ist daher von existentieller Bedeutung, dass auch in Zukunft die Wahl in ihrer bestehenden Form durch Stimmzettel durchgeführt wird, die auch zeitgleich zur Wahl von den Wahlhelfern aller an der Wahl beteiligten Parteien gezählt, den Parteien zugeordnet und kontrolliert werden.
Nur durch diese Art der Wahl kann ein demokratisch legitimiertes Ergebnis gewährleistet werden. Das Vorhandensein und die Überprüfbarkeit, sowie unverfälschte Archivierung eines real existierenden Wahlzettels, der von der wählenden Person ausgefüllt wurde, garantiert einzig und alleine ein unverfälschtes Wahlergebnis.
Die gleichzeitige Auszählung und gegenseitige Kontrolle der Wahlhelfer der konkurrierenden Parteien ermöglicht eine fälschungssichere Auszählung der Stimmen, um zu einem korrekten Wahlergebnis zu gelangen.
Im Gesamtergebnis einer Wahl übersieht man oft, das es jeweils nur auf einige wenige Stimmen ankommt die die Mandatsverteilung in einem Bezirk bzw. politischen Sprengel entscheiden. Auch wenn bei dieser Wien Wahl 2010 über eine Million Wiener und Wienerinnen wahlberechtigt sind, entscheiden in den einzelnen Bezirken, nur wenige Stimmen mehr oder weniger über die Mandatsverteilung.
Aus diesem Grund ist die gegenseitige und nachvollziehbare Kontrolle der Wahl durch die Wahlhelfer unbedingt notwendig. Alle Parteien die zur Wien Wahl 2010 antreten, stellen eigene Wahlhelfer in jedem Wahllokal, die für die ordnungsgemäße Auszählung der Stimmen verantwortlich sind.
Die großen Parteien haben hierbei genügend Parteimitglieder die sich für diese Funktion zur Verfügung stellen. Gerade für die kleineren Parteien ist es dabei unbedingt notwendig ebenfalls in jedem Wahllokal einen Wahlhelfer zu haben, um die ordnungsgemäße Auszählung der Stimmen zu kontrollieren.
Sollten Sie daher etwas mehr demokratisches Interesse an der Wien Wahl 2010 zu haben, melden Sie sich bei der Partei, deren Meinung Sie teilen und stellen Sie sich als Wahlhelfer zur Verfügung.
Der Wahlmodus gerät immer wieder in die Diskussion. Von verschiedenen Parteien wird immer wieder die elektronische Wahl gefordert. Wie auch immer die technischen Versionen ausfallen werden und welche Argumente aufgezählt werden. Tatsache bleibt, das bei jedem technischen Verfahren, bei dem auf den traditionellen Wahlzettel in Papierform verzichtet werden soll, es sich nur um einen Anschlag gegen das demokratisch legitimiertes Recht der Bevölkerung auf eine freie und faire Wahl darstellt.
In dem Moment wo der Wahlzettel in Papierform wegfällt, gibt es kein gesichertes, durch die Bevölkerung, also den Wahlhelfern der konkurrierenden Parteien, die die Stimmen auszählen und sich gegenseitig kontrollieren, Ergebnis einer Wahl. Ebenso ist die Archivierung und im Zweifelsfalle die erneute Auszählung der Stimmen nicht mehr möglich.
Es gibt kein technisches computergestütztes Verfahren, welches die gleiche Möglichkeit der Kontrolle einer Wahl, wie die herkömmliche Methode garantiert.
Jedes technische Verfahren ist manipulierbar. Eine Kontrolle ist vollkommen unmöglich.
Kontrolliert bei einer Papierzettelwahl noch die interessierte Bevölkerung in Form von Wahlhelfern der jeweiligen politischen Parteien die eigene Wahl. Wäre es bei jedem nur denkbaren technischen Verfahren so, das die Behörden und dadurch auch die Partei, die diese Behörde kontrolliert in deren Zuständigkeit, die Wahl fällt, auch die Verantwortung über die technischen Geräte vollzieht, die zur Wahl notwendig sind. Alleine aus diesem Grund ist daher ein technisches Verfahren ohne Stimmzettel in Papierform abzulehnen. Es kann keine zur Wahl stehende Partei die Kontrolle über den kompletten technischen Prozeß einer Wahl haben, ohne das eine Kontrolle durch die Bevölkerung ermöglicht wird. Und diese Kontrolle ist bei computerbasierten Systemen, egal welcher Art schlicht und einfach nicht möglich.
Die Wien Wahl 2010 wird noch mit Wahlzetteln in Papierform durchgeführt. Jeder Versuch dies zu ändern ist entschieden abzulehnen.
Ungesetzliche Briefwahl
Bei der Briefwahl wie sie bei der Wien Wahl 2010 durchgeführt wird, ist das geheime Wahlrecht nicht mehr gewährleistet. Es besteht die Möglichkeit einer unkontrollierten Manipulation bei dieser Form der Briefwahl.
Völlig absurd ist die Tatsache, daß die Stimmzettel der Briefwahl erst 8 Tage nach der Wahl bei der Wahlbehörde eintreffen müssen. Manipulationen sind dabei tagelang Tür und Tor geöffnet. In einem zivilisierten und hochindustrialisierten Land, bei dem am gleichen Tag alle Stimmen ausgezählt werden und ein vorläufiges amtliches Ergebnis noch am gleichen Abend bekanntgegeben wird, sollte man nicht tagelang auf das Eintrudeln der Briefwahl-Stimmzettel warten müssen.
Nach den gesetzlichen Vorschriften, darf nach dem Schließen der Wahllokale und dem Auszählen der Wahl, kein Stimmzettel mehr ausgefüllt werden. Bei der Briefwahl wird dieses gesetzliche Verbot umgangen, da es ja keine Möglichkeit der Kontrolle gibt, wann der Stimmzettel der Briefwahl ausgefüllt wurde. Eine einfache Unterschrift des Wählers genügt als Bestätigung.
Wenn also das vorläufige Wahlergebnis bekanntgegeben wird, besteht für Briefwähler noch immer einige Tage Zeit, ihren Stimmzettel auszufüllen. Bei einem Anteil von ca. 10 % an Briefwählern ist dies ein enormes Potential an Wahlmanipulation, gerade bei knappen Ergebnissen.
Ebenso ist ein tagelanges nachrennen, um die eigenen Parteimitglieder möglich, die um die Briefwahl angesucht haben, aber dann doch noch nicht gewählt haben, um eben bei knappen Ergebnissen, noch das eine oder andere Mandat zu gewinnen oder zu kippen.
Dies ist demokratiepolitisch sehr bedenklich. In anderen Ländern wurde die Möglichkeit der Briefwahl aus Sicherheitsgründen wieder abgeschafft. In Wien wird Sie von der SPÖ in dieser Form ermöglicht.
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